Da ich selber immer wieder den Überblick verliere, habe ich mal die gängigsten Hosting-Varianten mit ihren Vor- und Nachteilen zusammengefasst.
Beim Shared Hosting steht lediglich ein begrenzter Speicherplatz auf einem Webserver zur Verfügung. Die Administration findet über ein Webfrontend statt und man verfügt über keine Root-Rechte und kann somit auch nichts auf dem Server installieren. Aller Serverdienste wie PHP, Mailserver, Cronjobs etc. sind vorinstalliert und lassen sich höchstens durch ein Paket-Upgrade hinzubuchen.
Auf dem Server sind in der Regel eine größere Anzahl von Shared Hosting-Accounts installiert, die sich zudem noch eine IP-Adresse teilen. Für den einzelnen Account bedeutet das Einbußen bei CPU-Leistung, Hauptspeicher und Bandbreite. Auch die CPU-Zeit für einen einzelnen Thread ist in der Regel begrenzt. Der große Vorteil von diesen Angeboten liegt darin, dass sie zum einen vergleichsweise billig sind und man sich zum anderen keine Sorgen um Linux-Installationen, Updates und ähnliches machen muss. Bei Hardware-Ausfällen lassen sich diese Accounts schnell wieder herstellen und auch ein Upgrade auf ein leistungsfähigeres Paket ist schnell gemacht.
Shared Hosting-Angebote eigenen sich vor allem für kleinere Sites ohne spezielle Ansprüche. Solange die Seiten nicht zu komplex werden und nur wenige Server-Skripte verwenden, lassen sich mit solchen Paketen auch locker ein paar 100.000 Seitenaufrufe im Monat abwickeln, solange sie halbwegs gleichmäßig kommen. Schwierig wird es erst bei extremen Lastspitzen und wenn komplexe Serveranwendungen wie z.B. Typo3 oder ein Newsletter-Versand zum Einsatz kommen sollen.
Während Shared Hosting das untere Ende der Leistungsskala abdeckt, ist der Dedizierte Server im oberen Bereich angesiedelt. Dediziert bedeutet soviel wie "ausschließlich" oder "exklusiv" und heißt nichts anderes, als dass man einen kompletten Server mit allen Rechten (und Pflichten) zur Verfügung hat.
Auf einem Dedizierten Server läßt sich von einem Webserver mit PHP, Java oder .net über Datenbanken bis hin zum Mail-, FTP- oder DNS-Server so ziemlich alles betreiben, was das Herz begehrt. Mit Root-Rechten ausgestattet, kann der Nutzer alles installieren, was das Betriebssystem zuläßt, welches er sich in der Regel sogar aussuchen kann. Die meisten Angebote kommen mit Linux-Varianten daher, vielfach ist es aber auch kein Problem (nur etwas teurer) sich einen Windows-Server aufsetzen zu lassen.
Wie schon angedeutet, bedeuten die Rechte aber auch Pflichten. Die komplette Server-Administration muss in Eigenregie bewältigt werden. Zwar gibt es Tools wie z.B. Plesk, welches einem die Arbeit zumindest erleichtert, aber im Endeffekt ist man selber dafür verantwortlich, ob das System mit den letzten Updates gegen Hackerangriffe gerüstet ist. Mal davon abgesehen, dass eine Hackerattacke generell sehr ärgerlich ist, kann ein gekaperter Server, der als SPAM-Schleuder umfunktioniert wird auch rechtliche Folgen für den Besitzer haben.
Dedizierte Server eigenen sich für größere Projekte oder ausgefallenere Anforderungen, wie einen Gameserver. Allerdings setzen Sie auch eine gewisse Kenntnis im Bereich Server-Administration voraus. Für normale Anwender sind sie eigentlich schon etwas überdimensioniert.
Das Managed Hosting ist die rundum-sorglos-Variante für große Projekte. Sie bieten die gleiche Leistung wie Dedizierte Server, werden aber vom Hoster administriert. Allerdings ist man nicht in Besitzt der Root-Rechte, kann also auch keine zusätzliche Software installieren.
Da sie in ihrer Flexibilität etwas eingeschränkt sind, eignet sich diese Hosting-Variante für mittlere Websites, die sich ohne aufwändiges Administrieren um ihr Kerngeschäft kümmern wollen.
Virtuelle Server sind eine Art Mischung aus Shared Hosting-Angeboten und einem echten Dedizierten Server. Virtuelle Server sind im Prinzip simulierte Computer, die komplett abgeschottet vom eigentlichen System mit einem eigenen Betriebssystem auf einer simulierten Hardware laufen.
Innerhalb dieses virtuellen Systems kann man schalten und walten wie auf einer echten Maschine und wie bei einer echten Maschine muss man auch das virtuelle System mit allen nötigen Updates und Patches auf dem aktuellen Stand halten. Wie beim Shared Hosting lassen sich mehrere Virtuelle Server parallel auf einem einzigen realen Server betreiben und sich so vorhandene Ressourcen besser ausnutzen. Dabei ist es ohne weiteres möglich, den einzelnen virtuellen Einheiten feste Werte für Hauptspeicher und Bandbreite zuzuweisen, über die sie mindestens verfügen können und zusätzlich dynamische Ressourcen, die zusätzlich zur Verfügung stehen, wenn die anderen Einheiten gerade weniger stark ausgelastet sind.
Rein technisch gesehen, lassen sich virtuelle Systeme ohne Probleme auf andere Hardware kopieren und sogar beliebig dublizieren. Schmort mal eine CPU durch, ist so ein System in kürzester Zeit wieder Einsatzbereit. Auch lassen sich sogenannte Snapshots erstellen, zu denen ein System jederzeit wieder in einen alten Zustand zurückspringen kann. Hat man sich mal verkonfiguriert, so dass nichts mehr läuft, kann man einfach zu einem funktionierenden Snapshot zurückschalten und alles ist, wie es mal war.