Zu Weihnachten habe ich mir eine Fuji Finepix F20 gegönnt, die bis auf ein paar Spielereien mit der F31fd baugleich ist. Beide Kameras sind zwar so gut wie nicht mehr erhältlich, da sie aber immer noch als Bild-Tipp durch die Presse geistern, will ich mal meine Erfahrungen weiter geben.
Zuerst war es gar nicht so einfach, eine Finepix F20 zu bekommen. Da diese 6 Megapixel Modelle wegen ihrer SuperCCD-Chips sowohl bei Stiftung Warentest, als auch bei Colorfoto und ein paar anderen Tests in Sachen Bildqualität sehr gut abgeschnitten haben - sogar besser als ihre Nachfolger mit mehr Megapixeln - habe ich mir gleich mal ein Exemplar aus Malaysia kommen lassen.
Ein bißchen unwohl war mir dabei ja schon, aber der Preis war sehr günstig und der Händler aus Malaysia hatte fast ausschließlich gute Bewertungen. Inklusive Versand und Steuern war ich trotzdem noch knapp 100 Euro unter einem entsprechenden Angebot aus Deutschland. Aber letztendlich ist alles gut gegangen. Allerdings war die Kamera nicht original verpackt und ich konnte auch das Kabel für den Anschluss der Kamera an den Fernseher nicht finden, genau wie ein einfaches Bändchen, um die Kamera zu halten. Aber beides ist verschmerzbar.
Die Erwartungen an die 6 Megapixel-Kamera sind dank der sehr guten Testergebnisse entsprechend hoch. Der Vergleichsmaßstab (eine alte Ixus Digital mit 2 Megapixeln, über die schon mal ein Auto gefahren ist) hingegen recht locker. Von den Abmessungen her sind die Testkandidaten in etwa gleich. Die Ixus ist etwas kürzer, die F20 dafür schmaler, aber beide liegen sehr gut in der Hand und lassen sich gut in einer Jackentasche verstauen. Bei meiner Ixus mochte ich immer den (wenn auch sehr ungenauen) optischen Sucher, der bei der F20 fehlt, dafür kann diese wiederum mit einem recht ordentlichen Video-Modus aufwarten, der bei der viel älteren Ixus natürlich nicht vorhanden ist. Ansonsten sind beide Kameras gleich arm an Ausstattung. Aber ich habe mir die FinePix F20 ja auch wegen ihrer hoch gelobten Bildqualität geholt.
Unter guten Bedingungen sind die Ergebnisse entsprechend eindeutig. Aus etwa 1,5 m Entfernung mit künstlicher Beleuchtung und Blitz sticht die FinePix F20 ihren Konkurrenten klar aus, unabhängig davon, ob sie auf 2 oder 6 Megapixel eingestellt ist. Sowohl in Sachen Farbe als auch Schärfe scheint sich ja doch schon was im Laufe der Zeit getan haben. Hier mal ein paar Ausschnitte, die das belegen:
Nach diesen Anfangserfolgen dann erst einmal der Schock. Befindet man sich nicht im strahlenden Sonnenschein, schaltet sich sofort der Blitz ein. Unterdrückt man ihn manuell, ist es quasi unmöglich, mit ISO400 scharfe Bilder zu produzieren, weil die Verschlußzeiten zu hoch sind. Zwar kann man die Kamera bis auf ISO1600 einstellen, allerdings wird das Bild dann sehr krizzelig. Im Prinzip war die FinePix F20 damit für Indoor-Aufnahmen untauglich und das trotz all der guten Testergebnisse. Oder habe ich mir vielleicht eine Fälschung aus Malysia andrehen lassen?
Nachdem ich schon kurz davor war, die Kamera wieder zu verkaufen, bin ich noch mal über ein Forum gestolpert, dass dieses Problem ansprach. Die Lösung ist eigentlich ganz einfach: Das Phänomen tritt eigentlich nur auf, wenn man die Kamera im Automatik-Modus nutzt. Verwendet man für Außenaufnahmen den "Landschafts"- und für Innenaufnahmen den Portrait-Modus, werden die Bilder exzellent. Ich bin eigentlich schwer zu beeindrucken, aber das größte Manko der Kamera ist eigentlich, dass mir inzwischen die schlechte Qualität meiner alten, aber liebgewonnenen Ixus deutlich auffällt. Selbst mit dem Nachtmodus aufgenommene Bilder (Stativ vorausgesetzt) bei fast Dunkelheit sind so gut wie rauschfrei. Normalerweise halte ich nicht soviel von solchen Motiv-Modis, aber bei der Finepix F20 sind sie essenziell.
Alles in allem bereue ich nach den anfänglichen Enttäuschungen den Kauf nicht im geringsten. Ich weiß nicht, ob ich mir noch mal was ohne Not aus Malaysia kommen lassen würde, da mich die geringe Garantie von 3 Monaten und die schlechten Möglichkeiten, Probleme zu regeln, doch etwas gestört haben. Aber eigentlich ging es doch bemerkenswert problemlos und ich habe mal wieder was gelernt. An der Kamera selber hätte ich mir noch die Möglichkeit gewünscht, etwas mehr Einstellungen vorzunehmen. Wie ich die unterschiedlichen Belichtungen für HDR-Fotos machen sollte, wüßte ich nämlich nicht. Auch hätte Fuji ruhig die gerade mal halb so teuren SD-Cards statt der xd-Cards verwenden können. Wenn ich mir nämlich einen neuen Chip kaufe, dann garantiert nicht bei denen. Ansonsten: Schlagt zu, wenn ihr könnt!