Es gibt eine Gruppe von Affiliates, die man nicht unbedingt als "Schwarze Schafe" bezeichnen kann, die aber trotzdem immer wieder mit Tricks versuchen, Programmrichtlinien zu umgehen. Für die entsprechenden Merchants ist dies vor allem dann mehr als ärgerlich, wenn diese Affiliates anfangen, in bestimmten Bereichen zur Konkurrenz zu werden und dafür auch noch bezahlt werden wollen.
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Meist wird diese Gruppe im Bereich des SEMs tätig. Sie buchen die selben Keywords wie der Merchant und verdrängen ihn dabei. Es kommt entweder zu einem unnützen Bietergefecht oder der Merchant wird - verwendet der Affiliate die selbe DisplayURL - komplett ausgeschaltet.
Teilweise ist es gar nicht so einfach, diese Affiliates zu identifizieren. Gerade die Stamm-Keywords (z.B. der Firmenname) werden i.d.R. nach ein wenig Finetuning nur noch sporadisch beobachtet. Nutzt der Affiliate dann noch Tricks wie gleiche Anzeigen-Texte oder Display-URL fällt er unter Umständen gar nicht auf. Bei solchen Anzeigen muss man gezielt in den Quellcode schauen, um sie überhaupt als Konkurrenten zu erkennen. Ganz ausgefuchste Anzeigentrickser schalten zudem nur außerhalb der Arbeitszeiten und der Heimat-Region des Programmbetreibers - wozu Geotargeting doch alles gut sein kann!
Allerdings gibt es auch außerhalb des SEM-Bereichs noch ein paar Möglichkeiten, dem Merchant ein Schnippchen zu schlagen. Gern genommen sind Verschreiberdomains. Welcher Website-Betreiber hat schon alle möglichen Varianten seiner Domain registriert? Mal davon abgesehen, dass das ins Geld gehen kann, bringt es in der Regel nicht viel. Vertipper sind schnell erkannt und korrigiert und wer das nicht schafft, bringt in der Regel auch nicht genug Energie auf, sich mit der Zielseite zu beschäftigen. Für Affiliates kann es hingegen recht lukrativ sein, sich diese Domains zu schnappen, um den User den richtigen Link (natürlich mit AffiliateID) anzubieten oder gleich automatisch weiter zu leiten - bevor er die Gelegenheit hat, seinen Fehler selbständig zu korrigieren. Alles kein Betrug, allerdings auch nicht im Sinne desMerchants, denn der darf für Traffic zahlen, den er auch so bekommen hätte.
Es gibt verschiedene Gegenmaßnamen. Verschreiberdomains sind einfach zu identifzieren - einfach alles mal ausprobieren. Bei Buchung von Markennamen wirkt z.B. der Google Markenschutz Wunder. Allerdings lässt sich selbst dieser teilweise aushebeln. Da Anzeigen manuell geprüft werden, gibt es wie auch immer geartete Möglichkeiten, sich zumindest an den Wochenenden am Google Markenschutz vorbei zu mogeln. Bei starken Markenkeywords macht sich das dann häufig durch ungewöhnlich hohe Zugriffszahlen zu diesen Zeiten bemerkbar. Daher doch immer mal nachgucken. Dem Geotargeting-Trick begegnet man am besten damit, indem man sich auch mal via Proxy (der selbstverständlich nicht in der selben Region stehen sollte) die entsprechenden Keywords anschaut.
Auch ein Blick in die Log-Dateien kann sehr informativ sein. Geht der Affiliate direkt über seinen Affiliate-Link, bleibt der ursprüngliche Referrer erhalten - in diesem Fall die Resultpage mit dem verbotenen Keyword. Unfälschbar ist das allerdings auch nicht. Setzt der Affiliate noch einen Redirect über einen eigenen Server dazwischen, kann er auch den originalen Referrer überschreiben.
Es ist also ein fröhliches Wettrüsten zwischen (manchen) Affiliates und Programmbetreibern im Gange. Wie man vorgeht, wenn man denn doch mal ein "Graues Schaf" erwischt hat, sei jedem selbst überlassen. Meist hilft es schon, den Ertappten freundlich darauf aufmerksam zu machen, dass man ihn bemerkt hat. Im Wiederholungsfall droht die Sperrung. Man kann auch die unlauteren Provisionen stornieren, kann es schwierig werden zu bestimmen, was ertrickst und was legitim war. Allerdings glaube ich nicht, dass der Affiliate sich groß beschweren wird. :-)
Alles in allem sollte man sich aber überlegen, wie hart man vorgeht. Übereiltes Stornieren und Kündigen spricht sich rum und steigert nicht gerade die Sympathie-Werte. Und wenn ein Affiliate ansonsten gute Ergebnisse liefert, will man ihn ja auch nicht unbedingt vergraulen.