Letztens bin ich bei der Suche nach einer neuen Spiegelreflex-Kamera über Swoopo gestolpert. Die Auktionsplattform der etwas anderen Art verfolgt ein ganz interessantes Konzept, was zur Schnäppchenjagd einläd und schnell zu verbrannten Fingern führen kann.
Bei Swoopo kann man Kameras und andere teure Sachen für ein paar Euro erwerben und die meisten Auktionsgewinner tun das auch. Interessanterweise würde ich sagen, dass Swoopo trotzdem ganz gut verdient. Frage ist also: Preise niedrig, Gewinne hoch - Woher kommt das Geld?!? Alles Betrug?
1. Ja, man kann viele Sachen supergünstig kaufen und der Gewinner zahlt fast nie drauf. Da man alte Auktionen einsehen kann, wenn man die Auktionsnummern hat, konnte ich das selbst nachprüfen.
2. Ja, man kann bei Swoopo richtig viel Geld verbrennen und trotzdem am Schluß leer ausgehen.
Wie das geht? Swoopo verdient sein Geld nicht mit dem Verkauf, sondern mit Geboten. Die kosten nämlich jeweils 50 Cent, die jeder zahlen, der mitbieten will. Daran lässt sich so gut verdienen, dass dem Gewinner der eigentliche Auktionspreis manchmal sogar komplett erlassen wird.
Beispiel:
Wenn man z.B. für eine Spiegelreflex mitbieten möchte, kann man mit jedem Gebot den Auktionspreis um 1 Cent erhöhen - und zahlt für das Gebot besagte 50 Cent. Um Auktionen auch schön herauszuzögern erhöht sich mit jedem Gebot die Auktionszeit um bis zu 20 Sekunden. Wer für Hochpreisiges mitbieten will, braucht daher viel Zeit.
Wenn also eine Kamera am Ende für 10 Euro über den Tisch geht, sind das 1.000 cent = 1.000 Gebote = 500 Euro. Da ich auch schon Auktion im 3-stelligen Bereich gesehen habe, kann es sein, dass eine EOS 450D für knapp über 100 Euro versteigert wurde und Swoopo knapp über 5.000 Euro Gewinn mit einer Kamera gemacht hat, die im Laden für knapp über 500 Euro zu haben ist. Der Gewinner kann immer noch gespart haben, aber Mitbieter haben ordentlich geblecht.
Das Konzept ist recht spannend und mal was anderes. Wer gezielt vorgeht, kann sicherlich das ein oder andere Schnäppchen machen - oder sich ordentlich die Finger verbrennen. Das Problem ist, dass man vorher kaum vorhersagen kann, wieweit man gehen muss und wenn man aussteigt, alles verliert.
Dabei kann es natürlich auch zu bösen Bietgefechten kommen, bei dem keiner verlieren möchte. Da sich die Auktionszeit mit jedem Gebot um bis zu 20 Sekunden erhöht, kann es dann auch noch sein, dass nach so einem Gefecht ein neuer Bieter mit frischem Geld auftaucht und einen dann trotzdem noch platt macht.