Preissuchmaschinen sind prinzipiell keine schlechte Idee, an Kunden zu kommen. Sie adressieren Leute, die kaufwillig sind und recht genau wissen, was sie suchen. Wenn man dann noch den besten Preis für das Gesuchte hat, sollte man den Sale eigentlich schon in der Tasche haben.
Allerdings wissen das die Preissuchmaschinen um ihren Wert und lassen sich ihre Dienste ziemlich teuer bezahlen. Das Gros der Anbieter nimmt knapp 20 Cent für einen Klick. Manche bieten Preisnachlässe für weniger nachfragestarke oder margenschwache Produkte, andere verlangen sogar noch gehörig mehr. So oder so kann das ganz schön ins Geld gehen. Es lohnt sich daher nachzurechnen.
Die Anbindung ist meist simpel. Nach der Registrierung (Teilweise ist hier ein Händlernachweis erforderlich) reicht es meist einen Datenfeed bereitzustellen, welcher die Produkte inkl. aller wichtigen Angaben enthält, die man listen möchte. Dieser Feed hat auch den angenehmen Vorteil, dass man bestimmern kann, was man listen (und damit auch bezahlen) möchte.
Teilweise sind Anpassungen des Datenfeeds nötig, da viele Anbieter hier ihr eigenes Süppchen kochen und andere Daten abfragen. Generell gilt aber: Je mehr Informationen man zur Verfügung stellen kann, desto besser. Das reicht von allgemeinen Pflichtangaben wie Produktnamen und Preis über Herstellernamen und Kategorie bis hin zu Details wie Größe, Gewicht oder Farben.
Einmal aktiviert, sind Preissuchmaschinen recht pflegeleicht. Die Produktfeeds lassen sich automatisch aktualisieren, so dass die einzelnen Anbieter immer auf dem aktuellsten Stand sind. Mühsames Finden und Optimieren einzelner Keywords oder das Erstellen von Werbemitteln entfällt.
Allerdings sollte man die Preissuchmaschinen auch nicht unbedingt sich selbst überlassen. Die Klickprovisionen sind wie schon erwähnt überaus hoch, so dass man ohne Probleme in sehr kurzer Zeit sehr viel Geld unnütz verbrennen kann.
Es gibt vor allem hohe Qualitative Unterschiede zwischen den einzelnen Preissuchmaschinen. Während z.B. Preissuchmaschine.de (empfehlenswert!) und auch Dooyoo bei Klicks auf Produktnamen erst einmal nur eine Produktbeschreibung liefern, leitet z.B. NexTag bei einem Produkteklick mal zu einem Vergleich mehrerer Shops weiter (wenn es mehrere Anbieter gibt) oder auch mal direkt einen Shop.
Für den Kunden ist das sehr undurchsichtig und entsprechend hoch sind die Bounceraten bzw. Besucher, die gleich wieder verschwinden. Bei Moebel.de ist z.B. auch sehr tricky, dass ein Klick auf ein kleines Plus-Symbol unten rechts in den Produktbildern ein Popup mit Zusatzinfos öffnet, ein Klick auf das eigentliche Bild zum entsprechenden Shop leitet. Eigentlich kann man hier schon von Forced Click sprechen und die Konversionsrate ist auch eher katastrophal (eher Finger weg).
Bleibt man aber bei einer Preissuchmaschine, ergeben sich folgende Optimierungsansätze:
Budgetgrenzen verhelfen zwar weder zu mehr Umsatz noch zu weniger Kosten pro Sale, allerdings vermeiden Sie, dass einem plötzlich die Kosten um die Ohren fliegen. Ist das Kosten/Nutzen-Verhältnis positiv, kann man gar nicht genug investieren. Allerdings sollte man genau dieses ständig im Auge behalten und die ggfs. Budget-Grenzen schrittweise anpassen, damit keine bösen Überraschungen erlebt.
Die Guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpchen kennt man ja schon von Aschenputtel. Man sollte daher nicht nur darauf achten, ob eine Preissuchmaschine insgesamt schwarze Zahlen liefert, sondern auch jedes Produkt einzeln analysieren und ggfs. Budgets von Verlustbringern auf starke Produkte umschichten.
Wird ein Produkt häufig geklickt aber nicht gekauft, sollte man es aus dem Datenfeed entfernen. Hochpreisige und margenstarke Produkte wie Möbel oder Luxusgüter können allerdings ruhig ein paar Klicks mehr verbrennen, bevor man sie wegschaltet, als z.B. ein USB-Stick für 9.95 Euro.
Was nicht gefunden oder verstanden wird, kann auch nur schwer gekauft werden. Außerdem müssen Kunden nicht klicken, wenn sie schon bei der Preissuchmaschine erfahren, dass ein MP3-Player nicht die gewünschte Farbe hat. Das spart Kosten.
Es gibt gewisse Schwellenpreise, die irgendwie jeder verwendet. 29.95 ist z.B. so einer. Findet man eines seiner Produkte in einer Gruppe mit so einer Preisgestaltung wider, lohnt sich im Prinzip schon eine Preissenkung um 1 Cent, um sich an die Spitze des Feldes zu setzen.
Viele Preissuchmaschinen lassen Bewertungen von Shops zu. Diese wirken sich nicht nur auf die Klickraten aus, sondern auch auf die Kaufkonversion. Sprich: Man bekommt weniger Traffic und zahlt mehr für jeden Kauf.
Allerdings melden sich die Portale in der Regel, bevor sie eine schlechte Bewertung veröffentlichen und geben dem Shop die Möglichkeit, das Problem mit dem Kunden zu klären. Mal davon abgesehen, dass das eine ganz nette Feedback-Quelle ist und man vielleicht einen weiteren zufriedenen, zumindest aber weniger verärgerten Kunden hat, sollte man das Angebot annehmen.
Anders herum kann man natürlich auch zufriedene Kunden auf solche Vergleiche aufmerksam machen. Vielfach freuen Menschen sich sogar, wenn sie ihr Wissen weiter geben können.
Schwer begeistert bin ich ja inzwischen von Google Base. Der Dienst ist kostenlos und durch die Integration in die normale Google Suche auch ziemlich effektiv!
Google Base ist eigentlich kein richtiger richtiger Preisvergleich, sondern eine Datenbank für strukturierte Informationen. Neben Produkten kann man hier auch Rezepte, Reisen, Personeninformationen und alles mögliche andere einstellen.
Für häufig genutzte Sachen wie z.B. Produkte bietet Google Base vorgefertigte Attribute und Suchmasken, die Wildwuchs verhindern sollen. Für Produkte wären das z.B. die ID, Preise, Produktbeschreibungen, Deeplink und BildURL als Pflichtfelder. Weiter Attribute wie ISBN, Marke oder Gewicht sind optional und wer noch mehr zu sagen hat, kann sich weitere Attribute nach dem Baukastenprinzip basteln.
Das Hochladen geht auch sehr einfach via Datenfeed. Da das Ganze kostenlos ist und passende Produkte auch in der normalen Suche von Google gerne mal auftauchen, kann man beruhigt alles importieren, was sich irgendwie importieren lässt. Notfalls sogar Farbvarianten und Produkte, die für die sich keine bezahlte Werbung lohnt.
Ein beliebter Trick im Affiliate-Bereich ist es, Datenfeeds der Merchants direkt bei Google Base einzupflegen und den Traffic auf die Seiten des Merchants zu leiten. Ist dieser selbst noch nicht dort vertreten, fällt es kaum auf und der Affiliate freut sich.